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  29.10.2008 Wees fordert Ausbau der Osttangente

Nach jahrelangen Sitzungen und Verhandlungen scheint das neue Gewerbegebiet in Wees nun konkrete Formen anzunehmen.

Die durch die Osttangente deutlich verbesserte Anbindung habe laut Wireg-Chef Klaus Matthiesen den Osten Flensburgs und die Gemeinde Wees für Gewerbebetriebe noch attraktiver gemacht. „Doch der bessere Anschluss endet abrupt in einem Nadelöhr“, kritisiert Ulrich Christophersen. Dieses befindet sich an der Flensburger Schottweg-Kreuzung und wird durch das Ende der Vierspurigkeit verursacht. Lange Wartezeiten, auch vor den folgenden Ampeln auf der Nordstraße Richtung Wees sind die Folge. Christophersen fordert deshalb die Fortführung der Vierspurigkeit bis zu jener Kreuzung, an der das neue Gewerbegebiet entstehen soll. „So war es zunächst auch geplant“, sagt er. Auch die Glücksburger würden laut Witt von diesem Ausbau profitieren. Doch Flensburgs OB Klaus Tscheuschner machte deutlich, dass ein weiterer Ausbau der Osttangente nicht geplant ist.

(wer)(Quelle: Flensburger Tageblatt vom 04.10.2008)
  29.10.2008 Modellprojekt: Gewerbepark für drei Kommunen

Der Vertrag ist perfekt: Im nächsten Jahr wird ein gemeinsamer Gewerbepark von Wees, Glücksburg und Flensburg entwickelt. 80 bis 100 neue Arbeitsplätze sollen entstehen.

„Ich habe schon ein schlechtes Gewissen, denn wir haben einige Betriebe aus Glücksburg abgezogen“, sagt der Weeser Bürgermeister Ulrich Christophersen. Grund: Im benachbarten Ostseebad ist schon seit Jahren kein Quadratmeter Gewerbefläche mehr zu vergeben. Doch damit und mit dem schlechten Gewissen ist es nun vorbei. Am Donnerstag unterschrieben Witt, Christophersen und Flensburgs Oberbürgermeister Klaus Tscheuschner einen Vertrag, der den ersten gemeinsamen Gewerbepark der drei Nachbarn besiegelt.

"Diese Art der interkommunalen Zusammenarbeit hat Modell-Charakter", lobte Dr. Klaus Matthiesen, Chef der Wirtschaftsförderungs-Gesellschaft Wireg. Diese hat den Weg bis zur Vertragsunterzeichnung in ihrer Flensburger Zentrale moderiert – und dabei kräftig Gas gegeben. „Wir müssen uns beeilen, um noch Fördergelder aus dem neuen EU-Programm für interkommunale Zusammenarbeit zu erhalten“, begründet Matthiesen den „Druck auf dem Kessel“. Mindestens 60 Prozent der auf zwei Millionen Euro veranschlagten Erschließungskosten sollen durch diesen neuen Fördertopf gedeckt werden. Den Rest teilen sich die drei Partner – wie alle anderen Kosten und auch die Gewinne – zu gleichen Teilen. Erschlossen wird der neue Gewerbepark ab kommenden Sommer auf Weeser Gemeindegebiet – und zwar auf einer fünf Hektar großen Fläche an der Kreuzung Nordstraße (B 199) und Kreisstraße 92, in Richtung Glücksburg auf der rechten Seite liegend.

„Wir sind sehr froh, endlich wieder Gewerbeflächen anbieten zu können – und die Aussicht auf steigende Steuereinnahmen zu haben“, betont der Glückburger Stadtrat John Witt. „Noch wichtiger als die Steuern sind die Arbeitsplätze“, sagt Ulrich Christophersen. 80 bis 100 neue Stellen sollen im Gewerbepark entstehen. Ohne die Zustimmung des großen Bruders Flensburgs hätten die Weeser kein eigenes Gewerbegebiet mehr ausweisen können. Mit Blick auf diese neuen planungsrechtlichen Verhältnisse spart der Weeser Bürgermeister nicht mit Kritik: „Da werden starke große Gemeinden zu kleinen Dörfern degradiert, die nichts mehr allein entscheiden dürfen.“ In diesem Fall profitiert aber auch das Oberzentrum an der Förde. „Denn unsere Gewerbe-Vorratsflächen im Osten sind komplett weg“, sagt Klaus Tscheuschner. Kommunale Grenzen würden künftig in allen Belangen an Bedeutung verlieren und Nachbarn noch stärker zusammen rücken, meint John Witt. „Deshalb passt dieser Vertrag hervorragend in diese Zeit.“

Die Nachfrage – vor allem von Dienstleistern und Handwerksbetrieben aus der Region – nach den neuen Gewerbeflächen, auf denen sich kein Einzelhandel ansiedeln darf, ist bereits groß. „Und dieser Trend wird anhalten“, sagt Klaus Matthiesen. Deshalb sehen alle Partner den Gewerbepark nur als Einstieg. Eine Erweiterung könnte durch zehn weitere Hektar auf der anderen Seite der Kreisstraße 92 erfolgen.


(Quelle: Flensburger Tageblatt vom 04.10.2008)
  Wees will seine „überörtliche Versorgungsfunktion“ behalten

Kritik am Landesentwicklungsplan / Gemeinderat fordert Schlichtungsstelle

– Der interkommunalen Zusammenarbeit mit Flensburg und Glücksburg bei Ausweisung, Erschließung und Vermarktung eines gemeinsamen Gewerbegebietes steht nichts mehr im Wege. Die Gemeindevertretung Wees stimmte auf ihrer Herbstsitzung dem Vertragsentwurf zu. Jetzt müssen nur noch die planungsrechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden.

Im Entwurf des Landesentwicklungsplans 2009 stößt ein Aspekt den Gemeindevertretern besonders sauer auf: Von dem bisherigen Status mit „planerischer Wohn-, Gewerbe- und Dienstleistungsfunktion sowie ergänzender überörtlicher Versorgungsfunktion“ sei keine Rede mehr. Daher heißt es in ihrer Stellungnahme: „Dieser Streichung widerspricht die Gemeinde Wees ganz entschieden!“ Im Ergebnis finde in Zukunft keine Zusammenarbeit auf Augenhöhe mehr statt. Zudem wird eine neutrale Einigungsstelle für den Fall gefordert, dass es in der Zusammenarbeit mit Flensburg zu Meinungsverschiedenheiten komme.

Im ersten von mehreren Beschlüssen über Baumaßnahmen ging es um das Blockhaus. Dessen Türen erhalten zum Schutz der Kinder Sicherheitsglas, zur Straße wird ein Schutzzaun errichtet. Für den Weihnachtsmarkt bewilligte die Gemeindevertretung eine neue Beleuchtung sowie neun neue Buden.

Bei Starkregen ist das Kanalnetz überlastet. Um Abhilfe zu schaffen, soll ein stillgelegtes Rohr unter der Nordstraße wieder geöffnet, ein Sandfang errichtet und das Wasser einem Vorfluter zugeleitet werden. Ein Ingenieurbüro erhielt den Auftrag, das Vorhaben zu planen, auszuschreiben und eine Einleitungserlaubnis zu beantragen. Ein weiteres Ingenieurbüro soll die Schmutz- und Regenwasserkanäle der Gemeinde erfassen und deren Zustand bewerten. Dazu werden im Rahmen der vorgeschriebenen Selbstüberwachung der Kanalisation im ersten Jahr 2500 Meter des Abwassernetzes gespült und gefilmt.

Wie Bürgermeister Ulrich Christophersen mitteilte, machen die Busse der AFAG auf der Fahrt von Flensburg nach Glücksburg ab Mitte Dezember keinen Schlenker mehr über Wees. Ersatzweise übernimmt ein Taxiunternehmen die Beförderung. Die Gemeinde leistet einen Zuschuss. Der Bürgermeister wies darauf hin, dass die Postservice-Filiale im Birkland Ende Oktober schließt. Eine Nachfolgeregelung werde schnellstmöglich bekanntgegeben.

Die bisher von der Gemeinde in Eigenregie betriebene Kinder- und Jugendarbeit übernimmt der „Munkbrarup Freizeitverein“. Der Vertrag wurde von der Versammlung einstimmig gebilligt. Danach beschloss sie die Jahresrechnung 2007 und genehmigte überplanmäßige Ausgaben in Höhe von 14 605 Euro. Der Verwaltungshaushalt belief sich auf 2 253 392 Euro und der Vermögenshaushalt auf 1 275 421 Euro.


(Quelle: Flensburger Tageblatt vom 24.10.2008)
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